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Informationsseite Laubenheimer Steinbruch

Informationsseite Laubenheimer Steinbruch

Informationen zum
Laubenheimer Steinbruch


Von der Idee zur Planung

Die Idee, den Laubenheimer Steinbruch aufzufüllen und zu einem attraktiven Naherholungsgebiet zu machen, beschäftigt die Menschen der Region bereits seit zwei Jahrzehnten. Die Stadt befasste sich schon 1997 damit, was mit dem riesigen Areal passieren sollte, sobald die Sprengungen der HeidelbergerCement AG zum Kalksteinabbau beendet sein würden. Es war damals schon abzusehen, dass die bis zum Jahr 2010 betriebene Deponie in Budenheim bereits nach wenigen Jahren verfüllt sein würde. Daher war es konsequent, eine Doppelnutzung für den Laubenheimer Steinbruch vorzusehen:

Der Entsorgungsbetrieb Mainz erhielt im Jahr 2015 vom Stadtrat den Auftrag, eine klar begrenzte Teilfläche von 20 Prozent des gesamten Steinbruch-Areals mit einer Deponie für mineralische Abfälle zu „beplanen“. Darüber hinaus verfüllt der Entsorgungsbetrieb den Steinbruch mit unbelastetem Erdaushub.

Im Anschluss an die Verfüllung wird das gesamte Areal für  Naturschutz und Naherholung kultiviert.

Einige Anwohner*innen aus unmittelbarer Umgebung des Steinbruchs Laubenheim machen sich derzeit Sorgen, was die Zukunft des Areals und die Auswirklungen auf die Bevölkerung betrifft.

Das können wir gut nachvollziehen. Denn es kursieren viele, oft unvollständige, leider auch sachlich falsche Informationen zur geplanten Mineralstoff-Deponie. Deshalb möchten wir einige Dinge richtigstellen und freuen uns auf den konstruktiven Dialog mit Ihnen.

 

Was darf auf die Deponie?

Nur auf knapp 20 Prozent (11 von insgesamt 56 ha) des Steinbruchs dürfen nach den Stadtratsbeschlüssen vom 2.12.2015 und 28.08.2019 „gering belastete mineralische Abfälle“ deponiert werden. Mineralische Deponie-Abfälle sind nach Bundesdeponierecht klassifiziert. Und das geschieht in 5 sogenannten Deponieklassen (DK 0 bis IV).

Für den ehemaligen Steinbruch ist bei der zuständigen Genehmigungsbehörde SGD Süd die Deponierung der Klassen DK I und DK II beantragt. 

Zu diesen beiden Klassen zählen hauptsächlich Erdaushub und Bauschutt von Hoch- und Tiefbau. Damit auch garantiert nur das, was zulässig ist, deponiert wird, müssen alle Abfälle vor der Deponierung gemäß den gesetzlichen Vorschriften durch anerkannte und unabhängige Prüflabors untersucht werden. Somit wird nur abgelagert, was auch unter den Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit auf die Deponie darf. 

Neben der inhaltlichen Begrenzung auf die beiden genannten Abfall-Klassen ist auch eine örtliche Begrenzung für die Deponie-Abfälle per Stadtratsbeschluss erfolgt: Diese dürfen nur aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen stammen.

Der Entsorgungsbetrieb ist ein kommunales Unternehmen der Landeshauptstadt Mainz. Das bedeutet, dass wir uns in Mainz um die Abfall-Entsorgung aus der Region kümmern. „Wir für Sie vor Ort“ macht aus unseren „Kundinnen und Kunden“ auch unsere Nachbar*innen.

Wir schützen unsere Nachbar*innen – und unsere Mitarbeiter*innen. Penible Eigen- und Fremdüberwachung stellt sicher, dass die umliegenden Wohngebiete, aber auch das eigene Deponiepersonal nicht gefährdet werden.

Artenvielfalt im Naturschutzgebiet
Esparsettewidderchen

Lageplan des Steinbruchs, im Bereich der roten Höhenlinien ist die Ablagerung der mineralischen Abfälle geplant.

Wie funktioniert das? Die Technische Umsetzung

Rein technisch gesehen ist das Projekt einfach zu beschreiben:

  • Der Boden wird zum Grundwasser hin komplett abgedichtet.
  • Die Verfüllung erfolgt ausschließlich mit den zugelassenen mineralischen Abfällen der beiden Deponieklassen I und II (und das wiederum nur in dem ausgewiesenen Teil-Areal, das knapp 20 Prozent der Gesamtfläche ausmacht).
  • Die Oberfläche wird zum Schluss gegen den Eintrag von Niederschlägen abgedichtet, anschließend begrünt und mit Biotopen aufgewertet.
  • Im letzten Schritt wird das Areal des ehemaligen Steinbruchs der Öffentlichkeit zurückgegeben und das Gelände den Mainzer*innen zur „stillen“ und umweltverträglichen Naherholung zur Verfügung gestellt.


Für die Umsetzung jedes einzelnen dieser Teilschritte steht ein umfangreiches Team aus Naturwissenschaftler*innen und Landschaftsplaner*innen sowie Ingenieur*innen und erfahrenen Facharbeiter*innen bereit. 

Die Planung ist von unabhängigen Gutachten und behördlichen Genehmigungen geprägt, damit alles ordnungsgemäß läuft. Letztlich entscheidet die Genehmigungsbehörde (SGD Süd), ob das beantragte Projekt umweltverträglich durchgeführt werden kann und dem neusten Stand der Technik entspricht.

Geologischer Lehrpfad, angrenzend an den Steinbruch

Das ist uns wichtig

Weder Sie noch Ihre und unsere Familien, Nachbarn und Freunde dürfen gefährdet werden. Das gilt auch für die Mitarbeiter*innen des Entsorgungsbetriebes.

Ganz klar: Wir haben dafür zu sorgen, dass die Abfälle, die in Mainz anfallen, möglichst auch in Mainz entsorgt werden können. Das ist selbstverständlich, wenn man den Umwelt- und Naturschutz in diesem Punkt ernst nimmt. Es wäre verantwortungslos, teuer und vor allem umweltbelastend, diese Stoffe auf Deponien in anderen Regionen zu entsorgen und dafür auch noch hunderte Kilometer per LKW durch Deutschland zu fahren.

Leider geschieht es nun einmal, dass Mainzer Bürger*innen oder Unternehmer*innen beispielsweise bei Baumaßnahmen auf insbesondere durch Schutt belastete Böden stoßen. Bei der Erneuerung von Straßen fallen oft teerhaltige Asphaltdecken an. Auch beim Abriss von Gebäuden sind nicht alle Abfälle verwertbar. Diese Massenabfälle werden seit Schließung der Deponie Budenheim für sehr viel Geld über weite Strecken durch Deutschland zu auswärtigen Deponien gefahren. 

Die damit verbundenen Entsorgungskosten können über 20 Prozent der gesamten Baukosten betragen und so manches Eigenheimprojekt für private Bauherren unbezahlbar machen – oder die Allgemeinheit (beispielsweise bei städtischen Baumaßnahmen) übergebührlich belasten.

Schauen wir bei diesen Punkt ganz genau hin: Die gleiche Problematik besteht für die Stadt Mainz und ihre Steuerzahlenden beim Bau von Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen, sozialen Wohnungsbau etc. sowie Infrastrukturprojekten. Auf der neuen, stadteigenen Deponie in Mainz-Laubenheim können Bauabfälle zu vernünftigen Preisen ortsnah und verlässlich kontrolliert und nach dem jeweilig neuesten Stand der Verfahrenstechnik entsorgt werden.

 

Naherholung

Naturschutz und Wandern in Mainz

 

Naherholung vor der Tür

Wir recyclen sogar Geld: Die Einnahmen aus der Verfüllung des Steinbruchs stecken wir in ein für Mainz einzigartiges Naherholungsgebiet mit Rad- und Wanderwegen, Ruhezonen, aber auch Schutzzonen für seltene Pflanzen und Tiere.

Übrigens: Wir haben bereits von Anfang an wichtige Umweltschutzverbände proaktiv in die Umgestaltung des Areals einbezogen. Deshalb hat das geplante Natur- und Artenschutzprojekt bei diesen in der Gesellschaft angesehenen Expert*innen und Organisationen auch einen großen fachlichen Rückhalt.

Erfahrung

Eine Fläche wie den Laubenheimer Steinbruch zu verfüllen und danach wieder nutzbar zu machen, ist für den Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz nichts Neues. Von dieser Erfahrung profitieren Sie. Ein vergleichbares Projekt haben wir in Budenheim bereits vor über 10 Jahren erfolgreich abgeschlossen. Auf der seit 2010 verfüllten Deponie ist ein hochwertiger Freizeit-, Sport- und Erholungspark mit Golfplatz entstanden, der von Freizeitsportlern aus ganz Deutschland genutzt wird und somit auch Golfsportler*innen touristisch in unsere Region führt. Das angrenzende Wohngebiet gilt als absolute Toplage mit hohen Bodenpreisen und zufriedenen Anwohner*innen.

 

Zukünftiges Aussehen des Areals (im Hintergrund die Autobahn)

Fragen und Antworten

Ihre wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Klick

Wir beantworten gerne Ihre Fragen: deponie.laubenheim@stadt.mainz.de
Hier die Antworten auf die meistgestellten Fragen:

1. Wie groß ist die Anliefermenge an mineralischen Abfällen pro Jahr?

Etwa 140.000 Kubikmeter mineralische Abfälle werden zukünftig auf der Deponie angeliefert. Das entspricht in etwa während den Öffnungszeiten der Anlage sechs Fahrzeugen pro Stunde. 

2. Welche Bedeutung haben die Stadtratsbeschlüsse?

Die Stadtratsbeschlüsse vom 02.12.2015 und 28.08.2019 haben eine sehr hohe Bedeutung. Denn sie legen fest, dass lediglich mineralische Abfälle aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis Mainz-Bingen anzunehmen sind. Sie schließen aus, dass Asbest, Hausmüllverbrennungsschlacke und Filterstaub dort verbracht werden. Das ist ein freiwilliger Verzicht – aber dennoch verbindlich. Die Stadt hält ihre Zusagen ein. Und der Entsorgungsbetrieb ist als kommunales Unternehmen an die Stadtratsbeschlüsse gebunden.

3. Was wird abgelagert?

Im ehemaligen Steinbruch sollen auf einer Deponie, die knapp 20 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, mineralische Abfälle deponiert werden. Hierfür ist ausschließlich die Ablagerung von Materialien vorgesehen, die den gesetzlichen Vorgaben für die Deponieklassen I und II gemäß der Deponieverordnung entsprechen.

4. Was bedeuten diese Deponieklassen? 

Die zukünftige Deponie in Laubenheim wird als DK I- und DK II-Deponie eingestuft. Diese Einstufung ist in Deutschland nach dem Stand der Technik etablierte Routine. 

Es gibt insgesamt fünf Deponieklassen: DK 0 für quasi unbelastete Abfälle bis DK IV für hochbelasteten, umgangssprachlich bezeichneten „Sondermüll“.

In Laubenheim ist eine Deponie für mineralische Abfälle mit Schadstoffbelastungen im unteren Bereich gemäß den Zuordnungskriterien der Deponieverordnung für DK I- und DK II-Deponien vorgesehen. Das Gefahrenpotential beim Umgang mit den Abfällen ist daher als gering einzustufen. 

5. Kann mit einer Geruchsbelästigung bei mineralischen Abfällen gerechnet werden?

Mineralische Abfälle wie Bodenaushub „riechen“ normalerweise so gut wie gar nicht. Geruchsbelästigungen im Wohngebiet sind nicht zu erwarten. Da ausschließlich mineralische Abfälle abgelagert werden, ist auch mit keiner Deponiegasproduktion zu rechnen.

6. Wie wird das Grundwasser geschützt?

Die Deponie muss nach den strengen Vorgaben der Deponieverordnung errichtet werden. Das ist aufwändig – aber gut für Mensch und Natur! Diese Deponierverordnung sieht ein Multibarrierenkonzept mit einer Kombination von mehreren Dichtungskomponenten aus speziell für diese Zwecke zugelassenen und qualitätsgeprüften Baustoffen vor.

Unter anderem werden die deponierten Abfälle mit einer Kunststoffdichtungsbahn vom Grundwasser getrennt. Jede von Spezialunternehmen gesetzte Schweißnaht, die die Dichtungsbahnen verbinden, muss anschließend noch einmal von einem unabhängigen Gutachter geprüft werden. Dazu kommen noch eine technisch-geologische Barriere und zusätzlich im DK-II-Bereich eine weitere mineralische Ton-Abdichtung. Eine Verunreinigung des Grundwassers ist durch diese Schutzmaßnahmen ausgeschlossen.

7. Was beinhaltet die Umweltverträglichkeitsprüfung?

Das Deponie-Vorhaben benötigt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Diese Prüfung umfasst die Auswirkungen des Vorhabens auf die „Schutzgüter Mensch, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, Kulturgüter und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkungen zwischen den vorgenannten Schutzgütern“.

Grundlagen der Umweltverträglichkeitsprüfung sind die für den Standort Steinbruch Laubenheim erstellten Fachgutachten für Natur- und Artenschutz, Schall, Staub, Verkehr, Hydrogeologie sowie Baugrund. Die Planung sieht einen umweltverträglichen Betrieb der Deponie unter Berücksichtigung der genannten Schutzgüter nach dem Umweltverträglichkeitsgesetz vor. Gesundheitsrisiken für die Nachbarschaft und Umweltrisiken sind aufgrund dieser Vielzahl von Untersuchungen nicht zu befürchten.

8. Was beinhaltet das Staubgutachten?

Nach den Ergebnissen des Staubgutachtens ist der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen selbst unter der Annahme von den denkbar ungünstigsten Bedingungen sichergestellt (= maximale Verfüllung und damit maximal mögliche Ausbreitung. Gewissermaßen als theoretisches Extrem- oder Worst-Case-Szenario).

Insbesondere der Schutz der Gesundheit aller Menschen und Tiere ist in allen Bereichen der angrenzenden Wohngebiete inklusive des geplanten Neubaugebietes gewährleistet. Zusätzlich zur Überwachung der Staubwerte werden außerdem am Rande der Wohngebiete Staubmesspunkte angelegt und die Ergebnisse der regelmäßigen Messungen dem Stadtrat jährlich vorgelegt werden (Beschluss vom 28.08.2019).

9. Wie ist der Schutzabstand zum Wohngebiet?

Die Deponieverordnung bestimmt heute keinen Mindestabstand mehr zwischen Deponie und Wohnbebauung. Zwischenzeitlich stehen exaktere und zuverlässigere Methoden zur Verfügung, um die derzeitige und die zukünftig zu erwartende Immissionsbelastung in Wohngebieten zu bestimmen und zu bewerten.

Im Fall der geplanten Deponie Laubenheim bestätigen die eingeholten, unabhängigen Gutachten, dass ein ausreichender Schutzabstand zu den benachbarten Wohngebieten gewährleistet ist. Die Gutachten sind wesentlicher Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung.

Um doppelt sicher zu gehen, hat der Stadtrat beschlossen, dass der Abstand der derzeitigen Bebauung zum geplanten DK-II-Bereich der Deponie mindestens 360 Meter betragen wird. Das entspricht einer Länge von ungefähr 4 Fußballfeldern (Stadtrats-Beschluss vom 2.12.2015). 

Der Abstand des DK-II-Bereiches zur Grenze des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet HE 130 in Hechtsheim beträgt 240 Meter. Die Staub- und Schallgutachten berücksichtigen diese heranrückende Wohnbebauung (HE 130) und kommen zu dem Ergebnis, dass der Schutz vor negativen Umwelteinwirkungen auch hier sichergestellt ist.

(Zum Vergleich: Bei der 2004 bzw. 2010 stillgelegten Deponie Budenheim betrug der geringste Abstand zum Wohngebiet ca. 120 Meter während der Betriebszeiten, also weniger als die Hälfte oder gar ein Drittel der oben beschriebenen tatsächlichen Entfernungen.)

10. Was hat es mit den „Bohrungen“ im porösen Untergrund auf sich?

Die umgangssprachlich bezeichneten Bohrungen werden in der Fachwelt als Rüttelstopfsäulen (RSS) bezeichnet. Diese Technik dient der Verbesserung der Tragfähigkeit des Untergrundes und wird sogar mitten in einer Stadt angewendet (beispielsweise jüngst in der Mainzer Neustadt im Zollhafen). 

Das Verfahren würde nicht angewandt, wenn mit Beschädigungen gerechnet werden müsste. 

Gebohrt wird explizit nicht im Kalkstein, sondern in Bereichen, die von HeidelbergCement seinerzeit bereits mit lockerem Erdaushub aufgefüllt, aber nicht qualifiziert verdichtet worden sind. Das Verfahren "bohrt" keine Löcher, sondern verdrängt den weichen Boden, um im so entstandenen Hohlraum eine Schottersäule zu füllen, welche sich durch Vibration seitlich in das umliegende Erdreich drückt.

Die Bohrungen enden auf dem Kalkstein. Die gleichzeitig rüttelnd mit Kies verfüllten Bohrlöcher stellen nun stabile Steinsäulen im Erdboden dar. Die Arbeiten werden durch einen unabhängigen, geotechnischen Gutachter betreut. Schäden an den Häusern sind nicht zu erwarten.

11. Ist mit einem Wertverlust der Häuser zu rechnen?

Wir sind natürlich keine Wohnungs- oder Hausmakler und können das nur aus unserer Sicht beurteilen. Aber sicher ist, dass die Wohnqualität in den angrenzenden Wohngebieten auch während des Deponiebetriebes von uns nicht nachteilig beeinträchtigt wird.

Vielmehr ist eine deutliche Wertsteigerung für die Grundstücke zu erwarten, wenn die Deponie stillgelegt und das Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Dies zeigen die Erfahrungen mit der Deponie Budenheim. Nach der Stilllegung ist dort am Rande des Geländes ein begehrtes, hochpreisiges Wohngebiet entstanden. 

12. Wie lange wird der Steinbruch verfüllt?

Aktuell gehen wir von einer Verfüllungsphase von 16 Jahren aus. Unter Berücksichtigung der erforderlichen Vor- und Nacharbeiten (Bodenverbesserungsmaßnahmen, Bau der Basisabdichtung und später der Oberflächenabdichtung) ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von ca. 20 Jahren ab Betriebsbeginn der Deponie. 

Die angegebenen Zeiträume können derzeit nur aus den erwarteten Anlieferungsmengen und dem zur Verfügung stehenden Deponievolumen geschätzt werden. Letztlich sind sie abhängig von der Entwicklung der Konjunktur und der Bautätigkeiten bzw. vom Abfallaufkommen. Allerdings erfolgt die Verfüllung in Abschnitten. So werden einzelne Bereiche schon früher abgedeckt. An diesen Stellen kann bereits früher, immer abgängig von den Anliefermengen, eine Renaturierung erfolgen.

13. Stimmt es, dass auch andere Abfälle abgelagert werden, wenn die Deponie erst einmal ein paar Jahre läuft, ohne die Öffentlichkeit zu informieren? 

Wir kennen dieses Gerücht, das in Umlauf ist. Grundsätzlich kann die Stadt bei Bedarf Änderungsanträge stellen und die für die Deponie zugelassenen Abfallarten ergänzen. Dies gilt übrigens für jede nach Abfallrecht oder Bundesimmissionsschutzrecht genehmigte Abfallentsorgungsanlage. 

Bei der geplanten Deponie in Laubenheim handelt es sich immer nur um die mineralischen Abfallklassen DK I und DK II – für weitere Abfallklassen ist keine Genehmigung beantragt – über die in jedem Fall die SGD Süd als Aufsichtsbehörde entscheidet.

Wesentliche Erweiterungen des Abfallartenkataloges innerhalb der beiden Deponieklassen sind außerdem ohne Zustimmung des Stadtrates nicht möglich. Und hier gilt immer, dass Ratsbeschlüsse in der Regel öffentlich sind. Sie sehen also: Für Transparenz und Kontrolle des jetzigen Status Quo ist absolut gesorgt.

14. Wer zahlt für die Deponie?

Alle mit der Errichtung, dem Betrieb, der Stilllegung und der Nachsorge der geplanten Deponie verbundenen Kosten sind über die Benutzungsgebühren und –entgelte zu decken, die von den Abfall-Anlieferern während der Ablagerungsphase gezahlt werden. Dementsprechend wurden die Kosten für das Vorhaben sorgfältig und konservativ kalkuliert. Der Bund der Steuerzahler bestätigte die Vollständigkeit der Kalkulation.

Da die Laubenheimer Deponie eine Entsorgung von beispielsweise Erdaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch aus der Stadt Mainz auf kurzen Transportwegen zu angemessenen Preisen ermöglichen wird, werden Bauherren – im Gegensatz zu den aktuell hohen Kosten für die auswärtige Entsorgung – finanziell entlastet. Von dieser Entlastung profitieren auch die Stadt Mainz und ihre steuerzahlenden Bürger*innen bei städtischen Baumaßnahmen. Zum Beispiel bei der Straßensanierung und allen anderen städtischen Baumaßnahmen, wie dem Neubau von Kindertagesstätten und Schulen.

15. Warum wird nicht in Bauschuttrecycling investiert, wie das demnächst eine EU-Richtlinie ohnehin fordert?

Im Steinbruch Mainz-Laubenheim kann keine Bauschutt-Recyclinganlage errichtet werden, weil der Steinbruch zu verfüllen ist.

Darüber hinaus sieht die kurz vor der Verabschiedung stehende Ersatzbaustoffverordnung mit Hinblick auf einen besseren Boden- und Grundwasserschutz höhere Anforderungen für den Einsatz von Recyclingbaustoffen vor. Die Bauwirtschaft befürchtet, dass dies erhebliche Stoffstromverschiebungen in Richtung Deponie zur Folge haben wird. Vor diesem Hintergrund wird dringender Bedarf an zusätzlichen Deponiekapazitäten gesehen, damit auch in Zukunft Bauen (und die damit einhergehende Deponierung von nicht verwertbaren Bauabfällen) nicht nur in Mainz bezahlbar bleibt und ebenso der Bedarf an Wohnraum geschaffen werden kann.

16. Wie kann Mainz seine Klimaziele erreichen, wenn dort vermehrt LKW-Verkehr aus ganz Rheinland-Pfalz (siehe Punkt 3) stattfindet?

Nach der heute immer noch gültigen Genehmigung der damaligen Bezirksregierung Rheinhessen aus dem Jahr 1964 muss der Steinbruch Laubenheim nach Stilllegung des Kalksteinabbaus nahezu komplett verfüllt werden. Die damit zwangsläufig verbundenen LKW-Anlieferungen sind unvermeidbar, unabhängig davon, mit welchen Materialien der Steinbruch verfüllt wird. Ebenso unvermeidbar sind die LKW-Transporte für die Entsorgung der tagtäglich in der Stadt Mainz anfallenden Bauabfälle. Wenn die nicht zur Verwertung geeigneten Anteile dieser Bauabfälle – soweit die Abfälle für die Deponie Laubenheim zugelassen sind – zukünftig auf der Deponie Laubenheim auf sehr kurzen Transportwegen entsorgt werden können, profitiert der Klimaschutz doppelt: Lange LKW-Transporte mit den Mainzer Bauabfällen raus aus Mainz zu auswärtigen Deponien werden erspart und lange LKW-Transporte mit unbelastetem Erdaushub von auswärtigen Baustellen in Rheinland-Pfalz und Hessen in die Stadt Mainz zur Verfüllung des Steinbruchs Laubenheim ebenso.

17. Welche Tierarten sind im Steinbruch vorhanden und müssen evtl. umgesiedelt werden?

Welche Tierarten im Steinbruch Laubenheim leben, ist im Fachbeitrag Artenschutz dargestellt, der Bestandteil des Planfeststellungsantrages ist. Es müssen keine Tier-Populationen aus dem Steinbruch Laubenheim in andere Lebensräume umgesiedelt werden. Die artenschutzrechtliche Prüfung kommt zu dem Ergebnis, dass die Zugriffsverbote gemäß § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz für die im Einflussbereich des Vorhabens vorkommenden geschützten Arten bei Umsetzung der geplanten Schutz-, Vermeidungs- und vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nicht berührt sind. Die ökologischen Funktionen der Fortpflanzungs- und Ruhestätten bleiben im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt.

18. Gibt oder gab es einen für die Jagd freigegebenen Bereich im Steinbruch?

Ja. Es handelt sich um einen Eigenjagdbezirk, der an Jäger verpachtet ist.